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Datum: 31, 07, 2010
 

Eisenmangelanämie

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Einführung

Die Eisenmangelanämie ist die häufigste Anämie-Form bei Säuglingen und Kleinkindern (sie macht 90% der Kinderanämien aus) und vermutlich die am häufigsten weltweit angetroffene Mangelkrankheit.
Der Körper braucht das Eisen, um Hämoglobin herzustellen - das Pigment in den roten Blutkörperchen, die den Sauerstoff von den Lungen zu den Körperzellen transportieren. Der Eisenmangel kann eine Eisenmangelanämie hervorrufen.
Die Anämie (der Mangel) zeichnet sich durch einen niedrigen Hämoglobin-Spiegel und wenige rote Blutkörperchen. Da die roten Blutkörperchen den Sauerstoff im Körper transportieren, führt die Anämie zum Sinken des Sauerstoffpegels in den Zellen und Geweben.
Klinische Symptome der Eisenmangelanämie:
 -Müdigkeit, Apathie
- Blässe
- Beschleunigung der Herzschläge (Tachykardie)
- Reizung
- niedriger Appetit (Anorexie) oder launischer Appetit
- überreiches Schwitzen
- brüchiges Haar

Diagnose

Weil die Anzeichen der Eisenmangelanämie den Anzeichen anderer Erkrankungen ähneln, muss der Arzt eine Reihe von Laboruntersuchungen durchführen, um eine Eisenmangelanämie-Diagnose festzulegen:
 - die komplette Berechnung der Blutformel wird auf niedrige Hämoglobin-, und Hämatokrit-Spiegel (prozentualer Anteil der roten Blutkörperchen) hinweisen. Die roten Blutkörperchen mit einem niedrigen Hämoglobin-Spiegel sind kleiner und weniger pigmentiert.

 - die Dosierung des Serumeisens wird dessen Sinken anzeigen (unter 60 Mikrogramm /100 ml).

 - die Feritinämie (Feritin-Spiegel im Blut) ist im Falle des Eisenmangels niedrig.

 Ursachen

Die Eisenmangelanämie kann durch mehrere Faktoren bedingt sein:
Ein unzureichender Eisenwert tritt unter folgenden Bedingungen auf:
- anhaltende künstliche Ernährung mit Kuh- oder Pulvermilch. Die Kuhmilch ist ein eisenarmes Nahrungsmittel, deswegen wird bei den meisten Säuglingsprodukte Eisen hinzugefügt.
- Überwiegen der Mehlspeisen in der Ernährung
- fleischlose Ernährung
- tierproduktlose Ernährung (ausschließlich vegetarische Ernährung)
- die Frühreife
- falsche und verspätete Ernährungsdiversifizierung

Die Eisen-Malabsorption (mangelnde intestinale Resorption des Eisens) tritt bei verschiedenen Erkrankungen auf: beim chronischen Durchfall, bei Darmparasitosen, Mangelernährungen, usw.
Niedrige und wiederholte Blutverluste:
 - bei Neugeborenen: Blutungen im Bereich der Nabelschnur, bei einer frühzeitigen Entbindung der Nabelschnur.
 - bei Säuglingen und Kindern: Zwerchfell- oder sau hiatale Hernie, Darmparasitosen, Allergie gegen die Proteine in der Kuhmilch, kolorektale Polypen oder Polyposis intestinalis (chronische Digestivblutung), Darmangiom, usw.
 - bei Frauen: länger anhaltende, ungeregelte oder überreiche Menstruation.
Durch einen übermäßigen Eisenkonsum und die Lokalisierung des Eisens in chronische Infektionen hervorgerufene Anämien: Osteomyelitis, Tuberkulosis, Harninfekte, usw.
Der Eisenmangel tritt auch in den beschleunigten Wachstumsperioden auf. Während der Kindheit und Jugend braucht der Körper mehr Eisen. Kinder sind fälliger für diesen Anämie-Typus in den beschleunigten Wachstumsperioden, weil das Eisen aus den Nahrungsmitteln nicht reicht, um den wachsenden Bedarf des Körpers zu decken.

Bei Säuglingen, Kindern und Erwachsenen ist die Hauptursache für das Auftreten der Eisenmangelanämie eine eisenarme Ernährungsweise. Bei Kindern die nicht genügend essen, oder eisenarme Nahrungsmittel zu sich nehmen besteht ein höheres Risiko für diese Erkrankung. Die Armut bildet einen anderen Risikofaktor für die Eisenmangelanämie, weil die unter der Armutsgrenze lebenden Familien keine eisenreiche Nahrungsmittel zu sich nehmen können.

Bei Säuglingen kann die Unterbrechung der Ernährungsweise mit eisenreichen Supplementen und deren Ersetzen durch Kuhmilch bevor das Baby 12 Monate alt wird zu einer Eisenmangelanämie führen. Die Kuhmilch enthält keine ausreichende Eisenmenge um das Babywachstum und deren Entwicklung zu favorisieren. Zudem verringert die Milch die Eisenabsorption und kann die Darmflora entzünden, und somit leichte Blutungen verursachen. Dieser allmähliche Blutverlust während des Stuhlgangs, kann letztlich, neben dem mangelnden Eisenzusatz zu einem Eisenmangel und dann zu einer Eisenmangelanämie führen.

 Vorbeugung und Behandlung

Die Vorbeugung des Eisenmangels bei Neugeborenen und Säuglingen beginnt schon im pränatalen (vorgeburtlichen) Zustand: die schwangere Frau muss ihren Hämoglobin-Spiegel regelmäßig untersuchen lassen, und bei Werten von unter 12 g% und bei einem Hämatokrit von unter 40% wird ihr eine eisenreiche Ernährungsweise vorgeschrieben. Frühgeborene und Kinder, deren Müttern an Eisenmangel leiden, sowie diejenigen mit Blutungen bei der Geburt, werden eine Eisenbehandlung im Alter von 2 Monaten beginnen, die das gesamte erste Lebensjahr andauern wird.
Auch wenn die meisten Eisenmangelanämiefälle durch eine ungenügende Eisenaufnahme bei der Ernährung hervorgerufen werden, sind eine Veränderung der Ernährungsweise oder die Eisentabletten nicht genug, um diesen Mangel zu beseitigen. Die Behandlung der Eisenmangelanämie umfasst die Einnahme der Eisenpräparate.
Vorsicht! Die Verabreichung der Eisenergänzungen wird ausschließlich vom Arzt durchgeführt, da ansonsten eine Eisenvergiftung auftreten kann.
Das Eisen wird am besten auf leerem Magen aufgenommen, aber im Falle der Kinder, die an Magenbeschwerden leiden, können die Eisenergänzungen mit der Nahrung eingenommen werden. Das Eisen darf nicht mit Milch oder koffeinhaltigen Produkten eingenommen werden, weil diese die Absorption verhindern können. Das Vitamin C trägt zur Eisenassimilation bei, also muss es der Kindesernährung hinzugefügt werden.
Nach dem ersten Monat der Eisenbehandlung, wird der Arzt die Untersuchungen wiederholen, um den Hämoglobin- und den Hämatokrit-Spiegel zu überprüfen. Sobald sie wiederhergestellt wurden, können die Eisenreserven mit Hilfe einer eisenreichen Diät erhalten werden.
 
In seltenen Fällen, kann die Eisenmangelanämie so akut sein, dass sie das Leben des Patienten gefährdet, so dass eine Krankenhausinternierung und Bluttransfusionen nötig sind.

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