Das Phänomen Altern wird für Außenstehende sowie die Betroffenen zunächst
an der Haut sichtbar: Ältere Menschen werden faltig. Außerdem klagen sie häufig
über Gelenkbeschwerden. Es bleibt jedoch meist unbemerkt, dass ältere Menschen
teilweise in erheblichem Maße Muskulatur verlieren. Die Deutsche Gesellschaft
für Innere Medizin (DGIM) warnt nun vor den Folgen.
Muskelmasse im Alter zu verlieren ist ein natürlicher Prozess, der nichts
mit Pathologien zu tun hat. Menschen, die das 80. Lebensjahr erreicht haben,
haben etwa 30 Prozent ihrer einstigen Muskelmasse verloren. Dies fanden
Forscher der Universität Regensburg in Studien kürzlich heraus. Die Erscheinung
des Muskelverlustes wird unter den Medizinern als „Sarkopenie" gehandelt und die
Diagnose oft viel zu spät gestellt. Häufig erst dann, wenn es bereits zu
Stürzen mit ihren Folgen gekommen ist. Dazu gehören dann Oberschenkelhals- oder
in günstigen Fällen Schlüsselbeinbrüche. Es folgen lange Krankenhausaufenthalte,
die ältere Menschen nicht mehr so gut vertragen. Sie erleiden Thrombosen oder
Lungenentzündungen, die bis zum Tode reichen können. Man kann folgern, dass die
Sarkopenie bei den Gesundheitsrisiken im Alter unterschätzt wird.
Gerade bei Patienten mit Übergewicht ist der Muskelschwund noch schwieriger
zu diagnostizieren. Ein Anzeichen kann ein Wadenumfang kleiner 31 Zentimeter
sein. Ärzte können mittels modifizierten Gehstests ebenfalls veränderte
Beweglichkeit bei den Patienten feststellen. Als Therapie muss den Patienten
Bewegungsübungen und Sport nahegelegt werden, mit dem die Muskelmasse selbst im
Alter noch gut gesteigert werden kann. Eine halbe Stunde fünf Tage in der Woche
reicht dafür meist aus. Gartenarbeit, Treppensteigen oder ausgedehnte Spaziergänge
eignen sich ebenso zum Muskelaufbau wie Gymnastik und Krafttraining.