Einleitung
Die Epilepsie ist eine chronische Erkrankung, die sich durch wiederkehrende konvulsive Anfälle äußert, die infolge von exzessiven elektrischen Entladungen der Neuronen auftreten.
Die Epilepsie kann in jedwelchem Alter auftreten, ist aber bei Kindern häufiger als bei Erwachsenen, weil das Säuglings- oder Kindsgehirn mehr empfindlich ist, da es aus einem Entwicklungsstandpunkt noch unreif ist.
In vielen Fällen nimmt die Häufigkeit der epileptischen Anfälle mit dem Alter ab, und diese verschwinden innerhalb eines variablen Zeitabstandes. Das ist der Fall bei benignen Säuglingskrämpfen, die nur in den ersten Lebensmonaten auftreten, und danach wieder verschwinden, ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen.
Ursachen der Epilepsie
In einigen Fällen tritt die Epilepsie infolge eines akuten Schädeltraumas, infolge von Geburtsschwierigkeiten oder akuten Gehirninfektionen, wie zum Beispiel die Meningitis, auf. Die Epilepsie deren Ursache bekannt ist, wird symptomatische Epilepsie genannt.
Dennoch kann in den meisten Fällen die Epilepsie nicht genau ermittelt werden –dann spricht man von idiopathischer Epilepsie.
Neueste Untersuchungen haben ergeben, dass die genetischen Faktoren bei manchen Epilepsie-Formen eine Rolle spielen. Gegenwärtig wird im Allgemeinen angenommen, dass bei idiopathischen Epilepsien eine genetische Veranlagung besteht, welche die Wirkung mehrerer Gene und Umweltfaktoren vereint.
Diagnose
Jedwelche Person kann zu einem bestimmten Zeitpunkt in seinem/ihren Leben einen Anfall erleiden; man spricht von Epilepsie nur dann, wenn sich die Anfälle innerhalb einer Zeitspanne von einigen Monaten oder Jahren wiederholen.
Falls das Kind mehrere Anfälle erleidet, wird ihm der Hausarzt einen Facharzt empfehlen, der eine Diagnose erstellen kann.
Oft erstellt der Arzt eine Diagnose indem er eine Beschreibung des Anfalls durch einen Zeugen, sowie andere Informationen über die Krankheitsgeschichte des Kindes verwendet. Es werden auch einige spezifische Untersuchungen durchgeführt:
- eine klinische Untersuchung und, in manchen Fällen, eine Blutuntersuchung
- eine CT (Computertomographie) oder eine RMN (eng. Nuclear Magnetic Resonance, dt. Kernmagnetische Resonanz)
- eine Elektroenzephalographie
Nach diesen Untersuchungen kann zwar keine Epilepsie-Diagnose erstellt werden, aber dadurch kann man wichtige Informationen gewinnen, die zur Ermittlung der Anfallursachen beitragen können. Die normalen Ergebnisse dieser Untersuchungen schließen eine Epilepsie-Diagnose nicht aus.
Behandlung
Die meisten epileptischen Kinder werden mit antiepileptischen Medikamenten behandelt. Diese können die Krankheit zwar nicht heilen, aber sie verhindern das Wiederauftreten der Anfälle. Sobald sie das richtige Medikament oder die richtige Medikamentenkombination verwenden, verschwinden bei vielen Patienten die Anfälle.
Eine andere Möglichkeit für die Behandlung von Kindern, deren Anfälle mit Hilfe von Medikamenten nicht unter Kontrolle gehalten werden können ist die ketogenische Diät – reich an Fette und mit einem geringen Anteil an Kohlenhydrate. Die Reaktion des Kindes auf diese Diät wird sorgfältig überprüft, sowohl vom Facharzt, als auch vom Ernährungsberater.
Manchmal werden die Anfälle beim Kind durch bestimmte Erreger hervorgerufen: Stress, Aufregung, Langeweile oder Schlaflosigkeit. Die Eltern können eine Übersicht der Anfälle halten, um zu sehen, ob sich einige Faktoren wiederholen. Falls das der Fall ist, sollten sie so viel wie möglich vermieden werden
Verlauf
Im Verlauf des Wachstums können sich beim Kind die Art und Häufigkeit der Anfälle ändern. Bei manchen Mädchen werden die Epilepsie-Anfälle häufiger während der Periode. Bei manchen Kindern verschwindet die Krankheit gegen Ende der Jugendzeit (spontane Remission).
Falls das Kind in einer Zeitspanne von einigen Jahren keine Anfälle erlitten hat, kann der Arzt die allmähliche Verringerung der Medikation und letztendlich deren völlige Absetzung vornehmen.
Inwiefern beeinflusst die Epilepsie das Leben des Kindes?
Freizeitaktivitäten
Die meisten epileptischen Kinder können an den altersspezifischen Aktivitäten teilnehmen. Bei manchen Sportarten (Schwimmen, Radfahren) müssen aber zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden.
Die meisten epileptischen Jugendlichen können auch in die Disko gehen, PCs bedienen oder Fernsehen, ohne dass diese Aktivitäten das Risiko eines Anfalls erhöhen. Dennoch werden in einem Epilepsie-Fall – die photosensible Epilepsie – die Anfälle durch intermittierende Lichtstimulationen verursacht. Diese Art von Epilepsie kann mit Hilfe einer Elektroenzephalographie ermittelt werden und wird durch Medikamente behandelt.
Die Schule
Die meisten epileptischen Kinder haben denselben Intelligenzkoeffizienten und dasselbe -potential wie gesunde Kinder. Dennoch können häufige Epilepsie-Anfälle das Lerntempo des Kindes unterbrechen. Ursachen der schulischen Schwierigkeiten dieser Kinder sind die nach der Behandlung auftretenden Aufmerksamkeitsstörungen, die Abwesenheit infolge der Anfälle, sowie Persönlichkeitsstörungen.
Manche epileptische Kinder können intellektuelle Schwierigkeiten haben, so dass eine Nachhilfe nötig ist. Ihre Eltern können die Variante einer Spezialschule, mit fachkundigem Personal, die dem Kind eine angemessene Betreuung anbietet.
Verhalten
Die Epilepsie verändert zwar den Charakter einer Person nicht, aber bei manchen Kindern sind Dispositions- oder Verhaltensänderungen zu bemerken, sie werden gereizt oder ziehen sich zurück. Als Nebenwirkung der antiepileptischen Medikamente kann ein gereiztes oder unruhiges Verhalten auftreten.
Kinder werden beraten, über die mit ihrer Krankheit verbundenen Gefühle offen zu sprechen. Es ist auch wichtig, sie nicht anders als ihre Brüder oder Freunde zu behandeln.