Von Elena Brkic
Squalen ist im Pandemieimpfstoff gegen die Schweinegrippe in geringen Mengen enthalten. Es wurden in den letzten Wochen immer mehr Stimmen laut, dass diese Chemikalie das sogenannte Golfkriegssyndrom (kurz GWS) auslösen könne. Dieses beschreibt einen Symptomkomplex aus Gelenk- und Muskelschmerzen sowie verstärkter Müdigkeit wie Erschöpfung und Konzentrationsschwierigkeiten. Zum ersten Mal trat dieses Syndrom während des Zweiten Golfkrieges auf - bei Soldaten die gerade heimkehrten.
Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) gibt jetzt Entwarnung: Squalen würde das GWS nicht begünstigen. Die Bevölkerung könne sich beruhigt impfen lassen – es bestünden keinerlei Anzeichen für Squalen als Auslöser für GWS.
Hintergrund der Befürchtungen war ein Forschungsergebnis aus dem Jahre 2000: Eine kleine Studie konnte bei Soldaten mit GWS-Erkrankung in der Vorgeschichte Antikörper gegen Squalen im Blut nachweisen. Die Arbeitsgruppe vermutete damals einen Zusammenhang mit der Milzbrand-Impfung. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass Antikörper gegen Squalen unspezifisch sind: 15 bis 30% der amerikanischen Bevölkerung zeigten solche Antikörper im Blut. Andere Autoren geben höhere Prozentzahlen an.
Das PEI bezieht sich auf diese Studien. Es betont die Tatsache, dass der 1997 verwendete Grippeimpfstoff Fluad bereits Squalen enthielt und bei den 40 Millionen Impfungen weltweit keine auffälligen Nebenwirkungen wie auch Langzeitnebenwirkungen aufgetreten seien.