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Weltweites Quecksilberverbot angestrebt

Von Natascha Kusnezow

Bei der diesjährigen UN-Umweltministerkonferenz in Nairobi wurde nach langjähriger Diskussion ein weltweites Verbot von Quecksilber beschlossen. Die Vertreter aus 140 Nationen einigten sich auf einen Vertragsentwurf, der neben der sicheren Aufbewahrung der bereits bestehenden Quecksilbervorkommen auch eine Limitierung der Verarbeitung des Schwermetalls in verschiedenen Produkten vorsieht. Besonders die USA und zahlreiche asiatische Länder hatten sich in der Vergangenheit gegen ein Verbot gesträubt.

Bis zu 90 Tonnen Quecksilber werden europaweit allein in der Zahnmedizin verwendet.
Der Stoff wird außerdem in der chemischen Industrie und zur Herstellung von Elektrothermometern und Energiesparbirnen eingesetzt.
Global wird das Schwermetall vor allem von Goldwäschern in Entwicklungsländern genutzt, die es zum einfacheren Herauslösen des Goldes aus den Vorkommen benötigen.

Quecksilber ist das einzige bei Raumtemperatur flüssige Metall. Jährlich werden ca. 6.000 Tonnen, zum Großteil aus Kohlekraftwerken, freigesetzt. Vom Menschen aufgenommen wird es in erster Linie über die Nahrung und das Trinkwasser. Besonders hohe Quecksilbermengen finden sich in Speisefischen. Hoch belastet sind vor allem Raubfischarten wie Schwert- und Thunfisch, deren Verzehr deshalb in der Schwangerschaft und Stillzeit vermieden werden sollte.

Bei einer chronischen Vergiftung des menschlichen Körpers mit dem Metall kann es unter anderem zu schweren Störungen des zentralen Nervensystems kommen, die sich anfänglich in Form von Kopfschmerz, Zittern und Gedächtnisschwäche bemerkbar machen und bis zum Tode führen können.

Der Vertrag sieht vor das weltweite Verbot bis 2011 umzusetzen. Es ist jedoch unklar ob dieser Zeitrahmen realistisch ist. Auch die Frage inwieweit es Ausnahmeregelungen, beispielsweise für die Herstellung der Energiesparbirnen, geben wird ist bislang noch nicht geklärt.
 
 
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