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Neueste Zahlen zur HIV-Infektion

Von Irina Santarelli

Das RKI (Robert Koch-Institut) hat neue Zahlen zur Infektion mit dem HIV-Virus herausgegeben: Etwa 3000 Menschen haben sich 2009 in Deutschland mit dem Immunschwächevirus infiziert. Insgesamt sind 67.000 Infizierte zu vermerken. Vergleicht man die Zahlen mit Vorjahren, so ist die Rate der Neuinfektionen seit 3 Jahren als stabil anzusehen.

Im Verlauf der Infektion tritt das erworbene Immundefizit-Syndrom (AIDS) auf. Neueste Zahlen hierzu sind 1100 Patienten. Die Todesrate lag im Jahr 2009 etwa bei 550. Natürlich handelt es sich bei diesen Werten nur um Schätzungen, da die genauen Zahlen für 2009 erst 2010 herausgegeben werden können. Dennoch und im Vergleich zu den vorherigen Jahren sind diese Zahlen bereits als relativ genau zu bewerten.

1990 lag die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland noch um ein Drittel niedriger. Immer wieder werden Gründe für den Anstieg bis ins 21. Jahrhundert diskutiert. Hoch anzusiedeln in der Diskussion ist ein verändertes Risikoverhalten. Dies zeigt sich auch durch einen Anstieg anderer sexuell übertragbarer Krankheiten wie Syphilis. Auch geänderte Therapiestandards, die ein längeres Überleben bei erhöhter Lebensqualität sicher stellen, machen die Erkrankung HIV für die Bevölkerung „ungefährlicher“.

2004 zeigte sich eine erste Stabilisierung der Syphilis-Neuinfektionen in Deutschland. Auch andere Geschlechtskrankheiten wie Herpes und Gonorrhö könnten insofern im Zusammenhang stehen, als dass sie HIV-Infizierte ansteckender machen, als auch Nichtinfizierte empfänglicher für das AIDSvirus.

Immer noch stellen homosexuelle Männer die größte Gruppe der HIV-Infizierten dar. Neueste Schätzungen gehen von 41.400 Infizierten in dieser Gruppe aus. 20 Prozent der Neuinfektionen 2009 gehen auf homosexuelle zurück.

9200 Infektionen betreffen Heterosexuelle, 8200 Menschen haben eine Drogenvorgeschichte und 7500 stammen aus Hochprävalenzregionen.

Die Stabilität der Neuinfektionsrate gibt dennoch Hoffnung. Die Erkrankung ist auf dem Vormarsch, aber zurzeit stabil und damit in einer gewissen Art kontrollierbar.
 
 
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