Von Elena Brkic
Untersuchungen zufolge sind multiresistente Keime in Schweineställen weit verbreitet. In etwa 42 Prozent der untersuchten Bestände mit Zuchtschweinen konnten MRSA-Erreger nachgewiesen werden, so das BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung).
MRSA steht für Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus und ist ein verbreiteter Krankheitserreger, der vor allem in Krankenhäusern gefürchtet ist. Diese Keime sind gegen alle bisher verfügbaren Beta-Lactam-Antibiotika wie das viel verwendete Penicillin restistent. Als mustirestistent werden sie deshalb bezeichnet, da sie meist über weitere Resistenzen gegenüber anderen Antibiotika-Klassen wie Chinolone, Tetracycline, Aminoglykoside etc. verfügen.
Methicillin wurde historisch als Testsubstanz für Antibiotika-Sensitivität von Bakterien verwendet. Da die MRSA-Keime eine Resistenz gegenüber Methicillin zeigen, wird für deren Behandlung Vancomycin verwendet. Doch auch hier sollte mit Vorsicht verordnet werden: Es gibt bereits VISA-Stämme, die eine verminderte Empfindlichkeit gegenüber Vancomycin zeigen und VRSA-Stämme, die sich als resistent gegenüber Vancomycin zeigen.
Die hohe Verbreitung des MRSA-Erregers im Schweinestall macht es verständlich, dass Menschen, die beruflich mit Schweinen zu tun haben (wie Landwirte und Tierärzte aber auch Schlachthofpersonal) häufig Träger dieses Keims sind. Einem Immungesunden macht dies nichts aus, da er den Keim in Schach hält. Patienten in Krankenhäuser sind jedoch durch ihre Krankheit häufig geschächt und zeigen deshalb eine Erkrankung, die konsequent und unter Isolation behandelt werden muss.
Durch bestimmte Typen des MRSA-Keimes kann man sich also auch außerhalb des Krankenhauses infizieren, was die Erkrankung ein Stück weit unberechenbarer macht: Bei den Schweinezuchtbeständen sei jedoch fast ausschließlich der Typ ST398 nachgewiesen worden. Dieser sei bisher erst selten bei Krankenhaus-Patienten nachgewiesen worden, was die mögliche Gefahr relativiert.
Auf die Frage nach einem Infektionsrisiko der Bevölkerung über Schweinefleisch, gab das BfR Entwarnung: Alle Informationen würden für ein sehr geringes Risiko sprechen. Eine Braten des Fleisches zerstöre letzte mögliche Krankheitserreger.