Von Natascha Kusnezow
Laut Bundesinstitut für Risikobewertung nehmen nur rund 20% der Deutschen täglich eine ausreichende Menge an Folsäure zu sich. Das wasserlösliche Vitamin spielt bei der Zellteilung eine entscheidende Rolle und findet sich hauptsächlich in Weizen, Spinat und in verschiedenen Kohlsorten.
Ein Mangel kann besonders während der Schwangerschaft schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. So tritt in Mitteleuropa bei einem von 1000 Kindern eine Fehlbildung der Wirbelsäule und des Rückenmarks auf, die sich „Spina bifida“ nennt. Sie entsteht wenn sich das sogenannte Neuralrohr des Embryos während der dritten bis vierten Schwangerschaftswoche nicht richtig verschließt.
Bis zu 70 % der Erkrankungsfälle könnte durch eine ausreichende Versorgung aller werdenden Mütter mit Folsäure verhindert werden. Da sich der Bedarf an Folsäure während der Schwangerschaft verdoppelt kann er in dieser Zeit kaum noch allein durch eine gesunde Ernährung ausgeglichen werden. Deshalb sollte jede Frau mit Kinderwunsch bereits vor der Schwangerschaft zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung auch Folsäure in Tablettenform zu sich zu nehmen. Die Einnahme von 0,4 mg des Vitamins, erhältlich in jeder Apotheke, sollte mindestens vier Wochen vor der Schwangerschaft sowie in den ersten 3 Schwangerschaftsmonaten erfolgen.