von Natascha Kusnezow
Die Nutzen und Risiken von Impfungen werden seit Jahren kontrovers diskutiert. In Deutschland gibt es – anders als in Frankreich oder Italien- keine Impfpflicht, sondern lediglich die Impfempfehlungen des Robert-Koch-Institutes. Jeder kann selbst entscheiden, ob er sich oder seine Kinder impfen lässt.
Impfrisiken
In Deutschland werden mittlerweile nur noch Impfstoffe eingesetzt, die nicht mit einem erhöhten Risiko für schwere Komplikationen verbunden sind. Dies war früher anders. So traten nach der Schluckimpfung gegen das Poliomyelitisvirus, den Erreger der Kinderlähmung, in seltenen Fällen bleibende Lähmungen bei den geimpften Kindern auf. Heutzutage gibt es einen anderen Impfstoff, in Spritzenform, bei dem dieses Risiko nicht mehr besteht. Gefährlich können Impfungen derzeit nur für Personen werden, die an einer Unverträglichkeit gegen einen der Bestandteile des Stoffes leiden, beispielsweise einer Eiweißallergie. Vorsicht ist auch bei schwangeren Frauen geboten. Diese sollten möglichst keine Lebendimpfstoffe erhalten, wie sie zum Schutz vor Mumps, Masern und Röteln eingesetzt werden. Bei gesunden Kindern und Erwachsenen kann es nach einer Impfung gelegentlich zu Rötungen an der Einstichstelle und einem leichten Krankheitsgefühl kommen. Beides verschwindet aber innerhalb weniger Tage. Schwere Komplikationen sind heute so selten, dass die Auswirkungen der Krankheit, vor der geschützt werden soll, das Impfrisiko deutlich übersteigen.
Impfnutzen
Durch die modernen Impfungen wird der Ausbruch vieler Krankheiten, mit teils schwerwiegenden Komplikationen, verhindert. Ein konsequentes Impfprogramm hat es sogar geschafft, das Pockenvirus weltweit auszurotten. Diesen Erreger findet man, seit dem letzten Erkrankungsfall 1977, heute nur noch in Laboratorien. Die Influenzaimpfung schützt vor allem alte und chronisch kranke Menschen vor den Auswirkungen einer schweren Grippeerkrankung. Kinder können dank der Impfungen schon frühzeitig einen ausreichenden Schutz gegen Infektionen aufbauen. Dennoch ist in Deutschland ein Rückgang der Impfbereitschaft zu verzeichnen. Viele Eltern haben die Krankheiten, gegen die sie ihre Kinder impfen lassen sollen, nie selbst gesehen und unterschätzen dadurch ihre Gefahren. Im Gespräch mit dem Kinder-, oder Hausarzt sollte sich jeder gründlich über die angebotenen Impfungen informieren und kann dann eigenverantwortlich entscheiden ob er sich und seine Familie impfen lassen möchte.